SPIEGEL über Google und das „Netz“

Es ist kaum zu glauben , aber endlich hat mal ein Journalist begriffen, welcher Paradigmenwandel im Verlagswesen gerade stattfindet.
Nein, dieser Satz ist falsch und unfair (obwohl ich einige Journalisten kenne, die nicht begriffen haben was vor sich geht.) Der Satz muß lauten: Konrad Lischka durfte endlich auf SPIEGEL-Online über den Paradigmenwechsel schreiben, der gerade stattfindet.
Verwunderlich aber bleibt, daß Autoren der FAZ, der Welt, oder der Süddeutschen auf prominentem Platz über das böse, böse Netz lamentieren dürfen, ohne die wesentlichen theoretischen Texte über das Netz und die Wirtschaft im Netz gelesen zu haben. Solche öffentlich vorgeführte Ahnungslosigkeit finde ich zum Kotzen.
Danke Konrad Lischka!

Update 23. Juli 2009:
Eigentlich war mir bis vor einem halben Jahr Frau von der Leyen ja recht sympathisch. Ihre Aktionen, die ihr den Namen „Zensursula“ einbrachten verstehe ich jedoch nicht. Heute titelt SPON:

„Von der Leyen fordert Benimm-Regeln“
Zusammen mit Verantwortlichen und Jugendlichen müsse
ein Benimm-Katalog erarbeitet werden…

Entweder ist diese Frau wie viele ihrer Generation hinsichtlich des Internets und der damit verbundenen kulturellen und gesellschaftlichen Verwerfungen völlig ahnungslos (und somit in den selben Sack zu stecken, wie die oben erwähnten Journalisten). Oder die Ministerin beginnt schon mal den Bundestagswahlkampf und besetzt prominente „Law-and-Order“-Positionen. Aber auch das zeugt von ausgesprochener Ahnungslosigkeit: Hartz-IV-Empfänger und Mindestlohnangestellte werden Frau von der Leyen eh nicht wählen, weil sie deren einen wichtigsten Posten des Einkommens wegnahm.
Fällt Frau von der Leyen nicht auf, daß sie mit ihrem Vorstoß die Intelligenz ihrer potentiellen Wähler beleidigt?
Welchen Sinn hat das? Warum nicht auch das Fluchen am Telefon und obszöne Formulierungen in Briefen verbieten? Herr wirf Hirn herunter!

Also, hier die To-Do-Liste: Frau von der Leyen lese doch bitte mal Herrn Klischkas kompetent formulierten Text zur kulturellen Natur des Internets: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.
Und die Herren Journalisten, Verwerter und selbsternannte Urheberrechtsverteidiger lesen bitte Chris Andersons gut verständliches Werk The Long Tail. Trotz des englischen Titels auch in deutscher Übersetzung erhältlich.

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