Der Osterhasengruß

Es wird ein Film gedreht: Besuch bei einen Sammler mechanischer Harlekine. Der Raum ist voll mit prächtigen und detailverliebt ausgestatteten feinmechanischen Mensch-Automaten. Genau genommen sind es als Automaten verkleidete Schauspieler, denn es ist ja nur eine Filmkulisse.
Einer dieser Figuren steht, während die anderen sitzen. Er trägt eine Phantasieuniform, die aus vielen verschiedenen Stoffresten genäht wurde. Die Epauletten wurden aus mehreren kleinen Teddybären komponiert, die Schärpe zeigt bunte Kindermotive: Bären und lustige Wale, Bälle und Sonne und Mond und Sterne, die Hose ein blauweiß gestreifter Pyjama.
Der Schauspieler der diesen mechanischen Automaten spielt, ist schon älter, sehnig und faltig und man vermutet, dass er häufig lacht. Den Kopf ziert ein alter Wehrmachtshelm aus dem ersten Weltkrieg.
Er macht Witze, und dann hebt er den ausgestreckten Arm während er Haltung annimmt, der Armbewegung zögert einen Moment in der 45-Grad-Stellung, die Hand ausgestreckt, doch dann schnappt der Arm aufrecht, fast hüpft er dabei wie ein Schulbub der die Antwort kennt. Man sieht die Unterseite des Uniformärmels, die aus einem Nicki-Stoff besteht, altrosa mit lila Punkten. „Ich bekomme den deutschen Gruß einfach nicht mehr hin, ich kann nur noch den Osterhasengruß“ und er wirft den anderen Arm auch noch nach oben, wippt dabei mehrmals auf den Zehenspitzen, die in Knobelbechern stecken.

Blade_Runner_2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.